Wiesbaden. Anlässlich des „Safer Internet Day“ haben Justizminister Jörg-Uwe Hahn, Kultusministerin Dorothea Henzler und Innenminister Boris Rhein vor den Gefahren des Cybermobbings gewarnt und appellieren an Eltern und Lehrkräfte, dieses Thema mit Kindern und Jugendlichen sensibel zu thematisieren. „Ich kann Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler nur ermutigen, über das Thema Cybermobbing zu sprechen und vor allem die Folgen für die Opfer darzustellen“, sagte Henzler. Cybermobbing wirke weitaus gravierender als das auf Schule und Schulweg begrenzte herkömmliche Mobbing, denn die Anonymität auf Internetplattformen überwinde die natürlichen Hemmschwellen. Nach aktuellen Studien war bereits mindestens jede/r fünfte Jugendliche Opfer dieser neuartigen Variante.

Derzeit erregt eine Internetplattform die Gemüter, deren Betreiber sogar damit werben, dass absolute Anonymität gewährleistet sei. „Die Seite wird bis jetzt auch von hessischen Schülerinnen und Schülern stark frequentiert und beinhaltet zum Teil üble Beleidigungen über Mitschüler und Lehrpersonal. Opfer sowie Erziehungsberechtigte haben die Möglichkeit, bei allen Polizeidienststellen Anzeige zu erstatten“, so Innenminister Boris Rhein. Beleidigung, Verleumdung und üble Nachrede seien schließlich keine Kavaliersdelikte.

Auch die Generalstaatsanwaltschaft, so Hahn, habe inzwischen die zentralen Ermittlungen gegen den Betreiber der Seite aufgenommen. Die Ermittlungen richteten sich im Kern gegen den Betreiber der Seite, aber auch gegen die Verfasser der beleidigenden Inhalte. „Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein. Die Täter werden genauso konsequent verfolgt, wie in anderen Bereichen des Lebens.“ Neue Gesetze speziell für Ehrverletzungen im Internet lehnte der Justizminister jedoch ab. „Eine Beleidigung bleibt eine Beleidigung. Ein Sonderrecht für das Internet braucht es deshalb nicht“, so Jörg-Uwe Hahn weiter.

„Umfangreiche Aufklärung ist die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung von Cybermobbing“, sagte Henzler. Präventionsarbeit sei vor allem in den Klassen 7 bis 10 von Bedeutung, da hier Cybermobbing am häufigsten auftrete. „Diesen Schülerinnen und Schülern müssen sowohl die möglichen privat-, straf- und schulrechtlichen Konsequenzen als auch die Wirkung solcher Einträge auf die Opfer vor Augen geführt werden“, so die Kultusministerin. Mögliche Folgen für die Opfer, wenn nicht frühzeitig interveniert werde, könnten beispielsweise Stress, Depressionen, psychosomatische Erkrankungen, Schulangst und –versagen sein.

Wichtige Informationen und Ansprechpartner zum Thema Cybermobbing finden Eltern, Lehrkräfte, Kinder und Jugendliche auf folgenden Internetseiten:

o      Handreichung „Was tun bei Cybermobbing?“

o      Handreichung „Spielregeln im Internet“, Cybermobbing, S. 20-32